LPR Deutschland vor voller Händler-Listung in Deutschland

Palettenpooling gewinnt im Zuge europäischer Vorgaben zu Wiederverwendung und Nachhaltigkeit zunehmend an strategischer Bedeutung. Die flächendeckende Akzeptanz durch Einzelhändler ist dabei ein entscheidender Erfolgsfaktor, nicht nur für den operativen Betrieb, sondern auch für langfristige Marktpositionierung. In Deutschland stellte dieser Punkt lange Zeit eine erhebliche Hürde für Anbieter dar.

Doch die Marktbedingungen wandeln sich. Unter der Leitung von Ela Saleh steht LPR Deutschland kurz davor, die vollständige Listung bei allen führenden nationalen Einzelhändlern zu erreichen. Damit erschließt das Unternehmen neue Wachstumschancen, stärkt das Vertrauen in seine Services und schafft die Basis für eine skalierbare, ressourceneffiziente Logistik im gesamten Bundesgebiet.

F: Die Akzeptanz durch den Einzelhandel war bisher ein Hindernis für Palettenpooling-Anbieter im deutschen Markt. Wo steht LPR heute?

Ela Saleh, Country Manager Deutschland:

Heute stehen wir kurz vor der vollständigen Abdeckung im deutschen Einzelhandel. Inzwischen haben wir die Akzeptanz aller großen Händler gewonnen, sogar jener, bei denen sie uns bislang gefehlt hat.

Das ist ein bedeutender Meilenstein. In der Vergangenheit haben sich nämlich einige potenzielle Kunden – darunter auch regionale FMCG-Unternehmen – mit dem Wechsel zu LPR noch zurückgehalten. Dies basierte jedoch häufig auf überholten Vorannahmen, beispielsweise der Annahme, dass sie mit einem anderen Anbieter einen besseren Zugang zum Einzelhandel hätten. Diese Annahme ist heute überholt.

Wenn ein Kunde sein Distributionsprofil jetzt prüft, ist LPR heute eine praxisbewährte und zuverlässige Option für fast alle Routen in Deutschland. Das reduziert Risiken, beseitigt Einschränkungen und schafft mehr operative Freiheit.

F: Was bedeutet dieser Meilenstein für Kunden, die mit großen deutschen Einzelhändlern zusammenarbeiten?

Ela Saleh, Country Manager Deutschland:

Es gibt ihnen Sicherheit. Wenn Ihr Geschäftsmodell von pünktlichen und fehlerfreien Lieferungen an zentrale Distributionszentren abhängt, wollen Sie nicht riskieren, dass eine Palette zurückgewiesen wird, weil Ihr Anbieter nicht offiziell zugelassen ist. Genau dieses Risiko haben wir nun beseitigt.

Noch wichtiger ist, dass dieser Schritt uns den Zugang zu nationalen Herstellern und Marken eröffnet, deren Fokus nicht primär auf europaweiter Abdeckung liegt, sondern auf regionaler Präsenz und Zuverlässigkeit. In der Vergangenheit haben sich einige dieser Unternehmen für etablierte lokale Anbieter entschieden. Heute bieten wir die gleiche Marktabdeckung kombiniert mit einem Servicemodell, das echten Mehrwert schafft. Wir sind nicht länger ein Herausforderer, der Anschluss sucht. Wir sind die etablierte Alternative mit lokaler Präzision und europäischer Infrastruktur. Das ist nicht nur für bestehende Interessenten relevant, sondern für alle Marken und Logistikverantwortlichen, die ihre Palettenstrategie neu bewerten, insbesondere im Hinblick auf die kommenden PPWR-Vorgaben.

„LPR hat jetzt die vollständige Abdeckung im deutschen Einzelhandel erreicht. Das ist ein echter Gamechanger.”

F: LPR ist Teil der Euro Pool Group, dem europäischen Marktführer im Bereich Mehrwegverpackungen. Wie profitieren Ihre deutschen Kunden von dieser Gruppenstruktur?

Ela Saleh:

Unsere Stärke liegt in unserer europaweiten Präsenz und genau davon profitieren viele unserer deutschen und internationalen Kunden. Sie erhalten Zugang zu einem standardisierten Pooling-System, das in mehreren Ländern einheitlich funktioniert. Das sorgt für Konsistenz und macht komplexe Lieferketten einfacher. Unser europäisches Netzwerk ermöglicht es uns, vor Ort einen reibungslosen Service zu bieten und gleichzeitig grenzüberschreitende Aktivitäten zu unterstützen.

F: Welche Kundensegmente in Deutschland profitieren am meisten von Ihren Palettenpooling-Lösungen? Gibt es bestimmte Nischen?

Ela Saleh:

Pooling ist besonders effizient für Kunden mit hohen Umschlagsmengen und kurzen Verweildauern. Also überall dort, wo Paletten schnell in Bewegung sind und nicht lange gelagert werden. Typische Branchen sind Molkereiprodukte, Getränke, Handelsmarken und auch Hygienepapierprodukte. Vor allem Handelsmarken profitieren stark, da sie sich häufig auf bestimmte Einzelhändler konzentrieren und auf einen reibungslosen, kontinuierlichen Palettenfluss angewiesen sind.

Ein weiteres zentrales Segment sind Kunden mit hohen Anforderungen an die Palettenqualität, etwa bei automatisierten Lagern oder im Handel mit strengen Palettenstandards. Umgekehrt gibt es auch Produktkategorien wie Obst und Gemüse, bei denen die Haltbarkeit der Produkte kürzer ist und andere Handhabungsanforderungen gelten. Hier werden häufig Paletten mit einfacheren Qualitätsanforderungen eingesetzt.

F: Wie bedient LPR Premium- oder sensible Kategorien wie Gourmet-Süßwaren?

Ela Saleh:

Bei Produkten mit hoher Marge, wie Premium-Schokolade, sind Qualität und die Unversehrtheit der Verpackungen von entscheidender Bedeutung. Für diese sensiblen Kategorien bieten wir Full-Service-Lösungen. Dabei werden Paletten streng geprüft, um sicherzustellen, dass der Zustand der Produkte entlang der gesamten Lieferkette gewährleistet ist, speziell in hochwertigen Lagern und Einzelhandelsgeschäften. 

Alternativ steht unseren Kunden mit weniger strengen Qualitätsanforderungen ein Direktservice-Modell zur Verfügung. Das ist kosteneffizienter und wird häufig als Übergangslösung genutzt. Unternehmen, die vom klassischen White-Exchange-System zum Pooling wechseln, nutzen öfter dieses Modell. 

F: Was genau ist der Unterschied zwischen Full-Service und Direkt-Service?

Ela Saleh:

Beim Full-Service holen wir die Paletten bei den Einzelhandelsunternehmen ab, prüfen und reparieren sie in unseren Servicezentren und führen sie dann in einwandfreiem Zustand wieder in den Pool ein.

Beim Direkt-Service werden Paletten ohne Zwischenwartung direkt vom Einzelhändler zum nächsten Kunden transportiert. Das ist kostengünstiger, hat jedoch eine etwas geringere Qualitätsgarantie.

Viele Kunden beginnen aufgrund von Budget- oder Betriebsbeschränkungen mit dem Direkt-Service und wechseln dann zum Full-Service, wenn Vertrauen und Volumen wachsen.

F: Was sind die typischen Herausforderungen, denen Sie bei deutschen Kunden begegnen, und wie gehen Sie damit um?

Ela Saleh:

Eine große Herausforderung war in der Vergangenheit die Akzeptanz von Poolpaletten durch den Einzelhandel. Lange Zeit schränkte das Fehlen von Verträgen mit Einzelhändlern die Reichweite des Poolings ein. Mittlerweile haben wir Vereinbarungen mit fast allen großen Einzelhändlern getroffen und damit eine nahezu vollständige Marktabdeckung in Deutschland erreicht.

Diese Akzeptanz seitens der Einzelhändler ist ein entscheidender Faktor, der es uns ermöglicht, Lieferrisiken zu reduzieren und neue Kundensegmente zu erschließen, die eine garantierte Abdeckung ihres gesamten Vertriebsnetzes verlangen.

F: Wie läuft der Onboarding-Prozess ab?

Ela Saleh:

Zunächst verschaffen wir uns einen umfassenden Überblick über das Distributionsprofil des Kunden: seine Produktströme, die Einzelhandelspartner und Häufigkeit des Versands. Anschließend erklären wir, wie Palettenpooling funktioniert, welche betrieblichen Vorteile es hat und wie es sich im Vergleich zu herkömmlichen Palettenbesitz- oder -austauschmodellen finanziell auswirkt.

Wenn der Kunde noch nicht am Pooling teilnimmt, schlagen wir vor, mit dem Direkt-Service zu beginnen. Dieser hat zwar geringere finanzielle Auswirkungen, bietet aber dennoch Vorteile für die Nachhaltigkeit und Effizienz. Auf dieser Basis passen wir das Angebot entsprechend der Qualitätsanforderungen und Mengen an.

F: Der Preis ist manchmal ein heikles Thema. Wie gehen Sie Preisverhandlungen an?

Ela Saleh:

Die Preisgestaltung erfolgt erst, nachdem wir die aktuelle Situation und die Bedürfnisse des Kunden verstanden haben. Palettenpooling ist eine Dienstleistung, keine Ware. Deshalb ist es wie bei einer Hotelbuchung: Der Preis richtet sich nach dem Serviceniveau, der Qualität und den Inklusivleistungen. Wir stellen sicher, dass Kunden unsere Full-Service-Angebote fair mit ihren aktuellen Kosten vergleichen können, um Verwirrung zu vermeiden.

F: Wie reagieren Kunden, wenn sie den Mehrwert eines umfassenden Pooling-Services erkennen?

Ela Saleh:

Viele sind positiv überrascht. Unternehmen, die Paletten über Pooling leasen, reduzieren betriebliche Probleme wie Palettenwartung, Qualitätskontrollen und Ersatzbeschaffungen. Es ist wie der Wechsel vom Besitz eines Autos zum Leasing: Man hat denselben Nutzen, aber ohne den damit verbundenen Wartungsaufwand.

F: Wie unterscheidet sich LPR von seinen Mitbewerbern in Deutschland?

Ela Saleh:

Neben unserer starken europäischen Präsenz ist es vor allem unsere persönliche Note, die den Unterschied ausmacht. Unsere Kunden arbeiten direkt mit deutschsprachigen Teams vor Ort zusammen, die den Markt in all seinen Facetten kennen. Anders als manche größere Wettbewerber agieren wir agil, reagieren schnell und kommunizieren transparent. So wissen unsere Kunden jederzeit, mit wem sie zusammenarbeiten – und profitieren von einer Betreuung, die wirklich persönlich ist.

F: Wie positioniert sich LPR angesichts sich ändernder EU-Vorschriften wie PPWR?

Ela Saleh:

Palettenpooling-Modelle gewinnen angesichts strengerer Vorschriften zunehmend an Bedeutung. Während der deutsche Markt noch zu etwa 50 % aus traditionellen Weißwarenbörsen besteht, verlagern sich Einzelhändler zunehmend auf Pooling, um die bevorstehenden PPWR-Wiederverwendungsziele zu erreichen.

Die Kreislaufwirtschaft ist seit über 30 Jahren tief in der DNA von LPR verankert. Wir sind damit von Hause aus auf diese Nachhaltigkeitsziele ausgerichtet. In Verbindung mit unserer europaweiten Infrastruktur gibt unsere langjährige Erfahrung unseren Kunden das Vertrauen, mit uns Lieferketten langfristig und zukunftsfähig auszurichten.